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Digitale Identität — Wer will ich sein?

Von am 10. Mai 2017

Patterm

Mein Vater sagt, überlassen wir die Zukunft der Digitalisierung, wird die Menschheit gesellschaftlich verarmen. Mein Neffe staunt, wenn ich noch Bücher aus Papier kaufe. Eine Familie — gegensätzliche Meinungen — gleiche Gesellschaft. Dasselbe Bild zeigt sich in der Wirtschaft. Ein Unternehmen —  unterschiedliche Überzeugungen — gleiche Kultur. Oder etwa doch nicht?

Die digitale Identität als Erfolgsfaktor
Digitale Initiativen stocken in Unternehmen oft wegen der Kultur. Werte, Ansichten, Herkunft, Erfahrungen — der Faktor Mensch, seine Identität und seine Persönlichkeit prägen die Kultur. Genauso verhält es sich in einem Unternehmen. Wenn ein Unternehmen sich mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen der «Digitalisierung» befasst und sich darin sicher und zielorientiert bewegen will, braucht es eine eigene digitale Identität, woraus sich  eine einheitliche digitale Kultur entwickeln kann.

Wofür stehen wir als Unternehmen und wo wollen wir hin? Mit einer Identität identifizieren wir uns. Sie sagt aus, wer wir sind, was uns ausmacht, worauf wir Wert legen, wie wir uns verhalten. Eine digitale Identität entsteht, indem wir definieren, was zu ihrem Kern gehört und wie sich das auf unser Handeln und unser Geschäft auswirkt. Nehmen wir mal an, ein Unternehmen will digitale Trends in seiner Branche frühzeitig erkennen. Es entscheidet, dass ein Trend- oder Innovations-Management Bestandteil seiner digitalen Identität sein muss. Als Erstes stellt sich die Frage: Gibt es ein Innovations- oder Trend-Management? Ist es strukturiert und etabliert? Wenn nicht, wie kommt das Unternehmen zu den relevanten Informationen? Baut es ein Innovations-Management auf? Wenn ja, wie sieht das aus? Ist es Sache des Managements oder besteht es aus Mitarbeitenden diverser Hierarchiestufen und Bereiche? Nach welchen Kriterien wird die Relevanz bewertet und was geschieht danach mit den Erkenntnissen? Wer entscheidet, was verfolgt oder realisiert wird? Durch die Beantwortung dieser Fragen wird die Entwicklung des digitalen Geschäfts beeinflusst.

Den Markt «digital» erobern
Ist unsere digitale Identität und somit unsere Positionierung in der Digitalisierung definiert, transportieren wir eine authentische Botschaft nach aussen und der Markt versteht, wofür wir  stehen. Wir sind in der Lage, unser Angebot, unsere Wirkung und die Beziehungen zu unserem Umfeld mit einem persönlichen digitalen Stempel zu versehen und den Markt «digital» zu erobern. Digitale Chancen werden als solche erkannt und wahrgenommen. Neue Märkte öffnen sich, das Geschäft kann wachsen und auch die Gefahr, durch disruptive Innovationen aus dem Markt gedrängt zu werden, wird gebannt. Das Unternehmen hat in der digitalen Welt eine Identität, ist eine Persönlichkeit, die mitspielt und prägt, anstatt nur zuzuschauen oder zufällig einen Treffer zu landen. So kann eine digitale Transformation gelingen, weil sie kein Projekt mit Anfang und Ende ist, sondern Teil unserer Identität.

Übrigens — mein Vater fand sein digitales (QR-Code) Flugticket auf dem Handy eine tolle Sache und mein Neffe ist von seinem Formel-1-Bildband — aus Papier! — hellauf begeistert. Es gibt nicht das einzig Richtige oder Falsche, es gilt den eigenen Weg zu finden, mit dem wir uns identifizieren.

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