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Datenvisualisierung – Das Instrument zur einfachen & schnellen Erkenntnisgewinnung

Von am 15. November 2016

Unic Statistics

In unserem ersten Artikelbeitrag zur Digitalen Analyse haben wir aufgezeigt, welchen Herausforderungen Unternehmen in der heutigen Datenwelt gegenüberstehen. Häufig verfügen Unternehmen über eine Unmenge an Daten, ziehen aber keinen Nutzen aus diesen. Der Grund liegt darin, dass der Fokus vielerorts auf die Datensammlung und -speicherung gelegt wird und das Ziel der digitalen Analyse, datengestützte Handlungsempfehlungen und Optimierungen ableiten zu können, oftmals nicht konsequent verfolgt wird. Daten sollen die Entscheidungsfindung unterstützen und müssen dafür umfassend analysiert und interpretiert werden können.

Datenvisualisierung bezeichnet die Aufbereitung und Darstellung von Daten, die in einer nicht anschaulichen Form in Datenbanken und Excel-Tabellen vorliegen. So können Informationen aus den Daten in visuell verständlicher Form präsentiert und vermittelt werden. Das Gebiet der Visualisierung von Daten verbindet Grundsätze mehrerer Disziplinen wie Statistik, Informationsdesign und Psychologie und ist gerade deshalb ein komplexes aber auch sehr wertvolles Instrument.

Visualisierungen erzählen Geschichten, engagieren den Nutzer und können komplexe Sachverhalte in verständlicher Weise darstellen. Visualisierungen können dabei interaktiv und spielerisch sein und im besten Fall einen „Wow“-Effekt beim Nutzer auslösen. Marketingverantwortlichen, Entscheidungsträgern aber auch anderen nicht-technischen Nutzern, welche in irgendeiner Weise mit Daten in Berührung kommen und eine Fragestellung beantworten wollen, fällt es dank Visualisierungen leichter, aus den Daten Informationen zu gewinnen, diese zu interpretieren und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Visualisierungen beeinflussen die menschliche Wahrnehmung und das visuelle System. Das Auge als Wahrnehmungsorgan überträgt die Informationen an das menschliche Gehirn und erlaubt es dem Menschen, komplexe Zusammenhänge zu analysieren und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Datenvisualisierung unterstützt den Benutzer, seine kognitiven Fähigkeiten einzusetzen und komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge zu analysieren. Datenjournalist und Informationsdesigner David McCandless zeigt in seinem Blog (1) auf, dass ein wesentlicher Punkt die Schönheit der Visualisierungen ist. Schöne und kreative Darstellungen sprechen den Nutzer an und motivieren diesen, mehr aus den Grafiken zu erfahren und Nutzen aus diesen zu ziehen.

Was nützen aber Datenvisualisierungen dem Unternehmen? Um konkurrenzfähig zu sein, ist es für Unternehmen immer wichtiger, dass Marketing-Aktivitäten zielgerichtet und kundenorientiert gestaltet werden können. Datengestützte Entscheidungen sind ausschlaggebend für eine gute Performance und um dies erreichen zu können, ist das Verständnis der Daten unumgänglich. Die Datenvisualisierung bringt folgende Vorteile:

  • Strukturierte und organisierte Darstellung & Kommunikation von Daten
  • Hohe Informationsqualität und gute, verständliche Informationsvermittlung
  • Informationen verarbeiten, sichtbar machen und komplexe Zusammenhänge einfach darstellen
  • Visuelle Exploration der Daten und Interaktivität
  • Kostenersparnis durch standardisierte Visualisierungen und Informationsvermittlung
  • Zeitersparnis durch einfache und schnelle Datenanalyse und Erkenntnisgewinnung
  • Transparente und aussagekräftige Berichtserstattung und Informationsvermittlung
  • Handlungspotential erkennen und Optimierungen ableiten
  • Grundlage für datengestützte Entscheidungen

Es gibt unzählige grafische Darstellungsformen zur Visualisierung von Daten und Informationen. Die grösste Schwierigkeit besteht darin, die richtige Form unter den Kreis-, Balken- bis hin zu Histogrammen oder Boxplots auszuwählen. Welche die passende Grafik ist, ist von Fall zu Fall zu entscheiden: Hier spielt der Kontext und die Botschaften, welche vermittelt werden sollen, eine entscheidende Rolle. Es gelten wichtige Grundsätze, welche im Bereich des Informationsdesigns, der Businesskommunikation und der Statistik erarbeitet wurden und als Leitfaden dienen sollen (3):

  • Auf die Informationsdichte achten: Nicht zu wenig und nicht zu viel Information in einer Grafik
  • Wichtiges und Wesentliches hervorheben und Unwichtiges auslassen
  • Redundanz vermeiden
  • Inhalte an Adressaten richten
  • Einheitliche Darstellung von gleichen Inhalten

Grafiken können zudem durch geeignete Schriftart, Skalierung, Achsenabschnitte und Layout in ihrer Wirkung manipuliert und somit individuell aufbereitet werden, sodass die zu übermittelnde Information in geeigneter Weise dargestellt wird. Die Wahl der Darstellungsform ist also ein zentraler Faktor, wenn es darum geht, ob die in den Daten enthaltenen Informationen beim Rezipienten ankommen oder nicht. Das wird auch in den nachfolgenden Beispielen ersichtlich.

Abbildung 1 zeigt exemplarisch wie unterschiedliche Arten von Diagrammen mit der gleichen Information wirken. Die Kuchenform (englisch: Pie Chart) verschafft zwar einen guten Überblick über die Anteile der Gruppen, ein Vergleich der Werte ist jedoch insbesondere dann schwierig, wenn die Werte sehr nahe beieinander liegen und das menschliche Auge die Fläche nicht auf Anhieb interpretieren kann. Eine geläufige Regel ist es deshalb, auf Kreis- und Kuchendiagrammen zu verzichten, wenn unterschiedliche Zahlenwerte verglichen werden sollen. Stattdessen empfiehlt es sich, Säulen- oder Balkendiagramme zu verwenden.

Kreis- vs. Balkendiagramme

Abbildung 1: Kreis- vs. Balkendiagramme
[Quelle (3): http://www.ibcs-a.org/standards/144]

Ein weiterer geläufiger Fehler in der Datenvisualisierung wird in Abbildung 2 ersichtlich: Die linke Abbildung benutzt die Grösse bzw. Fläche eines Autos, um einen Zahlenwert darzustellen. Hier ist problematisch, dass es sich um eine zwei-dimensionale Repräsentation handelt, die irreführend ist. Der dritte Wert ist nicht einmal doppelt so hoch wie der erste, auch wenn die Abbildung des Autos diesen Eindruck vermittelt. Zweidimensionale Darstellungen sollten deshalb nur dann verwendet werden, wenn die Grösse der Darstellung den zugrundeliegenden Wert repräsentiert. Auch hier sind lineare Balkendiagramme sinnvoller, da sie den einfachen Vergleich erlauben.

Lineare Diagramme anstatt zwei-dimensionale Darstellungsformen

Abbildung 2: Lineare Diagramme anstatt zwei-dimensionale Darstellungsformen
[Quelle (3): http://www.ibcs-a.org/Standards/163]

Eine effektive Datenvisualisierung kann im Unternehmen für die unterschiedlichsten Aufgaben hilfreich sein sei es für das betriebliche Berichtswesen oder auch für regelmässige Standardreports an Stakeholder. Regelmässige oder auch ad-hoc Analysen und Erkenntnisse können zeitnah und ohne grosse Aufwände geteilt und interaktive Dashboards für kontinuierliche Überwachung der Unternehmens-KPIs zur Verfügung gestellt werden.

Nutzen Sie die Datenvisualisierung in Ihrem Unternehmen als Instrument zur Erkenntnisgewinnung. Wir unterstützen Sie gerne dabei.

Quellen:

(1) http://www.informationisbeautiful.net/ (Daten-Journalist und Informations-Designer David McCandless)
(2) https://www.solit-finance.de/datenvisualisierung
(3) http://www.ibcs-a.org

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