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SMX München 2013: Recap zu Content Marketing und Authorship

Von am 15. April 2013

Die Search-Fachmesse SMX (9./10. April) lockte auch dieses Jahr hunderte von SEO- und SEA-Verantwortlichen nach München. An zwei Tagen vermittelten internationale Experten ihr Wissen. Dieses Jahr liefen erstmals fünf parallele Tracks. Entsprechend schwierig war es für die Teilnehmer, sich für einen Vortrag und gegen vier andere zu entscheiden.

Sprecher an der SMX München 2013

Julius van de Laar – Sprecher an der SMX München 2013; Copyright: Davidson Photography

Bei den Keynote-Präsentationen stach besonders diejenige von Julius van de Laar heraus. Er zeigte, wie im Rahmen der Obama-Kampagne für die US-Präsidentschaftswahl 2012 riesige Datenmengen aus einer Vielzahl von Quellen (Big Data) und Microtargeting erfolgreich eingesetzt wurden. Über 50 Analysten bereiteten die Daten so auf, dass Nichtwähler zu Wählern wurden und damit die entscheidenden Stimmen brachten.

Content mit und ohne Mehrwert

Bei der Keynote des zweiten Tages von Wil Reynolds (SEER Interactive) war die Botschaft klar: „add value!“. Angesichts von immer mehr Content ohne sinnvolle Aussage stellte Reynolds spannende Fragen: Würden Sie diese Seite bookmarken? oder eben: Bietet der Content einen Mehrwert? Gerechtfertigte Impulse, denn schliesslich lesen wohl nur wenige den Text „Die Geschichte des Westernstiefels“ auf einer Stiefel-Übersichtsseite eines Online-Shops. Während also operativ Content mit wenig Mehrwert produziert wird, zeichnet sich schon ab, dass trotz all den Inhalten die Nutzer noch stärker nach den Inhalten mit Mehrwert suchen werden. Das können übrigens neben Text-Inhalten auch eine Fülle anderer Inhaltsformen auf verschiedenen Plattformen sein.

Content Marketing ist das Schlagwort der Stunde. Doch letztlich ist nur derjenige Content erfolgreich, der die Nutzer überzeugt. Copy-Paste verliert. Wenn beispielsweise alle Online-Händler Landingpages für die Marken in ihrem Sortiment erstellen, ist das kein teilenswerter und schon gar kein einzigartiger Inhalt. Nur mit Inhalten, die die Nutzer gerne teilen, können Viralität und damit die für SEO wichtigen Links und Social Signals erzeugt werden. Oder in den einfachen Worten von Laura Lippay (SEOGadget): „The popular sites win.“

Weiter vorangetrieben werden auch Möglichkeiten, Inhalte realtime auf den Nutzer abzustimmen („Content-Dynamisierung“). Eindrücklich zeigte SEO-Koryphäe Karl Kratz, wie bereits kleinste Interaktionen eines Nutzers auf einer Website (z.B. unterschiedliche Lese- / Scrollgeschwindigkeiten bei verschiedenen Kapiteln eines Artikels) dazu genutzt werden können, am Schluss der Seite realtime unterschiedliche Call-to-Action-Buttons anzuzeigen. Selbstverständlich verwies Kratz darauf, dass solche Dynamisierungen immer im Rahmen des Datenschutzgesetzes zu halten seien.

Autorität – relativ neu, aber zukunftsträchtig

Viel wird in der SEO-Szene in letzter Zeit auch über „Authorship“ gesprochen und geschrieben. Je länger je mehr kommt es in der Masse von Inhalten auch darauf an, wer etwas zum Thema schreibt. Spricht hier ein Fahrrad-Experte oder ein Gelegenheits-Biker? Mit der Verknüpfung von Website und persönlichem Google+-Profil können sich Personen zu einem Thema als Autorität positionieren. Es zeigte sich im Rahmen der SMX aber, dass hier noch einige Fragen offen sind. Beispielsweise: Was passiert, wenn ein Redaktor mit Autorität den Arbeitgeber wechselt? Geht die Autorität dann mit oder nicht? Zu diesen Fragen gibt es noch keine klare Antwort. Das Thema steht definitiv am Anfang der Evolution. Firmen sollten sich dennoch eine Meinung erarbeiten, ob und wie sie Expertinnen und Experten sprechen lassen oder im Namen der Firma publizieren wollen.

Fazit: SEO ist nicht mehr etwas für Nerds

Obwohl an der SMX auch viel Technisches zur Sprache kam, stand die Messe dieses Jahr ganz im Zeichen des omnipräsenten Content Marketing. Die Zeit, als Nerds im stillen Kämmerlein SEO betrieben, ist definitiv vorbei und SEO ist heute eine vielfältigere Disziplin als je zuvor. Entsprechend durchmischt ist die Szene – von Marketing- und PR-Verantwortlichen bis zu Tech-Koryphäen.

Die Herausforderungen im Content Marketing sind nicht neu. Es geht darum, dem Nutzer in der Informationsflut Mehrwert zu bieten. Es geht darum, ihm die Inhalte zu bieten, die er teilt. Und es geht letztlich um Vertrauen. Dieses entsteht, wenn vertrauenswürdige Personen (Authorship!) und nicht gesichtslose Websites etwas sagen. Und es geht darum, Inhalte für die jeweiligen Medien aufzubereiten. Der Einblick in Microtargeting und Content Dynamisierung zeigt, was noch auf uns zukommen kann. Davon ist das „klassische“ SEO (Metadaten pflegen, Seiten crawlbar machen, Links generieren) nur noch ein kleiner Teil. Wer Inhalte mit Mehrwert hat, erhält die Aufmerksamkeit der Nutzer – in Suchmaschinen und weit darüber hinaus.

Über Searchmetrics
Referenz Suva

Google+ Profil des Autors: Matthias Schmid

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