unic.com - Navigations- und Servicebereich


Inhaltsbereich

Ein PIM für Cola, Fanta und Sprite?

Von am 30. August 2010

Produkt Informationsmanagement Systeme – kurz PIM Systeme genannt – werden überall dort eingesetzt, wo eine Vielzahl von Produkten mit zahlreichen Attributen und Ausprägungen verwaltet werden. Dass auch der Schweizer Coca-Cola Produzent, Coca-Cola HBC Schweiz AG auf ein PIM setzt, mag auf den ersten Blick verwundern. Ein PIM für drei Produkte? Nicht wirklich erstaunlich, wie der folgende Artikel zeigt.

Coca-Cola HBC Schweiz AG (CCHBC) ist verantwortlich für die Produktion und Distribution von Coca-Cola Produkten in der Schweiz. Mit rund 1‘300 Mitarbeitenden in Verkauf, Produktion und Logistik ist CCHBC der führende Getränkeabfüller in der Schweiz. In Zusammenarbeit mit dem Getränkehandel werden die alkoholfreien Erfrischungsgetränke an Verkaufsstellen wie Restaurants, Detailhändler und Grossunternehmen verteilt.

Insellösungen vs. zentrale PIM-Plattform
Seit dem Jahr 2000 wurden bei CCHBC eine Reihe von Online-Projekten realisiert. Das stetig gewachsene System  war durch die Bildung von Insellösungen kaum integriert, was sich in nicht geschlossenen Prozessen und hohen Wartungsaufwänden wiederspiegelte. Generell genügte das System den Anforderungen von interner Effizienz und externen Kundenbedürfnissen nicht mehr. 2007/2008 wurde nach einer intensiven Evaluationsphase das existierende System durch eine zentrale E-Business-Lösung durch ein integriertes Produkt Informationsmanagement System (PIM) ersetzt.

In Zusammenarbeit mit Unic wurde auf Basis des E-Business Frameworks von hybris eine Lösung entwickelt, die eine zentrale Datenspeicherung mit verschiedenen integrierten Ausgabekanälen beinhaltet. Ziel war es, auf einem ausbaufähigen Fundament zielgruppengerechtere Informationen zur Verfügung zu stellen, Bestellprozesse zu automatisieren, sowie die Reaktionsfähigkeit für Erweiterungen zu erhöhen.

Highlights der PIM-Lösung
Aus einem zentralen Product Information Management-System werden heute fünf integrierte Kanäle bedient, die ebenfalls auf der hybris Software aufgesetzt wurden:  ein B2B- und ein Loyalty-Shop für Grossisten und Getränkehändler, ein Key-Account-Shop (KAM-Shop) für dezentral organisierte Grosskunden,  ein B2C-Shop für Merchandising Produkte sowie die Corporate Website. Hinzu kommen Erweiterungen wie Webanalyse, E-Mail-Marketing und eine automatisierte PIM Schnittstelle, über die Stellenangebote an eine externe Stellenbörse publiziert werden.

Dass die Plattform www.cokeonline.ch weit mehr als die im Titel genannten Produkte verwaltet, wird deutlich, wenn man sich die Produktbandbreite vor Augen führt, die bei CCHBC im Umlauf sind. Im PIM-System werden über ein Dutzend Getränkelinien mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, in verschiedenen Gebinden, Verkaufseinheiten und Verpackungen mit zum Teil kanalspezifischen Ausprägungen gespeichert. Dazu kommen Produkte von Drittherstellern, Fanartikel für die Endkonsumenten sowie Prämien für Getränkehändler und Mitarbeitende wie Badetücher, iPods oder Coca-Cola Spielzeug-Trucks. Zusammengefasst heisst das, dass unterschiedlichste Artikel  über verschiedene Kanäle an diverse Kundengruppen verkauft werden. Der Loyalty-Shop hat zudem eine eigene Währung, die Coke Dollars, mit denen Händler für die Onlinebestellungen belohnt werden. Ein ähnliches Konzept liegt den Coke Points zu Grunde, mit welchen CCHBC Mitarbeitende beispielsweise zum Geburtstag beschenkt werden.

Unbegrenzte Kundenvielfalt und Personalisierbarkeit dank PIM
Der Shop für Key Accounts bietet CCHBC die grösste Flexibilität um auf die individuellen Bedürfnisse von Kunden einzugehen. So ist es möglich, das Look & Feel dem CI des Key Accounts anzupassen, Fremdprodukte zu verkaufen oder für verschiedene Benutzer spezifische Sortimentsanpassungen vorzunehmen wie das Beispiel VALSER SERVICE Heimlieferdienst (www.valserservice.ch) zeigt. Die Benutzer der Key Accounts wählen dann im personalisierten KAM-Shop zwischen den zugelassenen Lieferanten mit ihren individuellen Sortimenten und Preislisten die Produkte aus. Die Bestellungen werden wahlweise via XML-Datei oder klassisch per E-Mail und Fax an den Lieferanten versendet. Das PIM ermöglicht hier die Kommunikation und Transaktion von tausenden von Produkten für mehrere Ausgabekanäle und verschiedene Lieferanten- und Kundengruppen.

Erfahrungen mit der neuen PIM-Lösung
Der Kern der Lösung ist seit dem Sommer 2008 im Einsatz und erfuhr seither einige geringfügige Anpassungen. Zeit also, um auf zwei Jahre operativen Betrieb zurück zu schauen. Die implementierte PIM-Lösung vereinfachte bei CCHBC durch die zentrale Plattform und eine vollständige Systemintegration nachhaltig die Wartung der verschiedenen Kanäle, reduzierte die Betriebs- sowie die Transaktionskosten durch geschlossene Prozesse und erhöhte die Flexibilität des Systems wie z.B. das einfache Aufschalten neuer Key-Accounts. Mathis Fluck, E-Business Specialist der CCHBC, bilanziert: „Mit der seit 2008 im Einsatz stehenden E-Commerce-Plattform profitieren unsere Kunden von einer ausgereiften und auf ihre Bedürfnisse angepassten Lösung. Sie bietet CCHBC die Basis für einen weiteren Ausbau des Online-Geschäfts und hilft dabei, mehr Bestellungen von den traditionellen Kanälen elektronisch abzuwickeln. Dies führt zu geringeren Kosten in der Bestellabwicklung.“

Das Beispiel CCHBC zeigt eindrücklich, dass PIM-Systeme nicht nur für sehr grosse Artikelstämme sondern gerade auch für heterogene Sortimente mit ganz unterschiedlichen Anforderungen in der Produktpräsentation und -kommunikation unabdingbar sind.

Die zentrale PIM-Plattform bedient verschiedene Ausgabekanäle (Quelle: hybris AG)

Die zentrale PIM-Plattform bedient verschiedene Ausgabekanäle (Quelle: hybris AG)

Diesen Beitrag kommentieren

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.