Eigentlich sind “Social Media Guidelines” alter Wein in neuen Schläuchen. Aber seit immer mehr Unternehmen im “Social Web” ankommen, ist der gute alte Internet-Knigge “Netiquette” 1 gefragter denn je. Die Digital Natives 2 haben den Zugang zu den Benimmregeln aus den ersten Jahren des World Wide Web nicht zwingend mit in die Wiege gelegt bekommen.
Web 2.0: Sozial und Offenherzig
Immer mehr Menschen verlautbaren sich privat und geschäftlich auf Social-Media-Plattformen. Sie sind aktiv auf Facebook, Xing oder Twitter. Der Arbeitgeber ist dabei oft ein fester Bestandteil solcher Aktivitäten. Ein unbedachter Umgang mit E-Mail, Direct Messages, Wikis, Blogs und Mikro-Blogs oder Foren kann nicht nur einer Unternehmung, sondern auch einer Privatperson langfristig schaden. Informationen, die Mitarbeiter über ihren Arbeitgeber verbreiten, sind nicht mehr länger privat. In digitaler Form werden sie von Google, Bing und Dutzenden weiterer Suchmaschinen für die Ewigkeit indexiert und damit öffentlich zugänglich gemacht.
Richtlinien 2.0
Diese Entwicklung lässt sich nicht stoppen. Firewalls können zwar den geschäftlichen Zugriff auf Facebook kontrollieren, nicht aber, dass die Mitarbeiter sich anschliessend darüber online äussern. Social Media Richtlinien werden deshalb immer stärker nachgefragt.
Unternehmen, die das Web als integralen Bestandteil ihrer Kommunikation betrachten, haben es in der Regel einfacher – wer das Internet scheut wie der Teufel das Weihwasser, tut sich schwer. So unterscheiden sich etwa die Richtlinen von Bayer und SAP deutlich in ihrer Machart. Während die Richtlinien von Bayer “von oben herab” dozierend verfasst sind, spricht SAP viel eher in Ratschlägen und Tipps für die Angestellen.
Der Blogger Thilo Specht hat sich in einem Beitrag mit diesen Unterschieden auseinandergesetzt:
“Richtlinien wollen ein bestimmtes Verhalten erwirken und werden immer für Menschen geschrieben. Ist das Menschenbild ein negatives, haben Richtlinien eher einen Zwangscharakter. Ist das Menschenbild ein positives, unterstützen die Richtlinien bestimmte Verhaltensweisen, die schon etabliert sind und sich nicht negativ auf Einzelne auswirken. Im konkreten Fall der Social Media Guidelines von Bayer und SAP wird das sehr deutlich.”
Die Richtlinien von Unic
Auch Unic kennt Richtlinien für den (sozialen) Umgang im Netz. Unic erlaubt ausdrücklich die Nutzung sozialer Netzwerke und motiviert zum Austausch auf Social Media Sites. Wir glauben, dass die Kommunikation unsere Arbeit und unser Wissen positiv beeinflusst und uns hilft, Beziehungen aufzubauen.
Unsere Richtlinien beschränken sich auf 7 Punkte:
1. Eigenverantwortung: Ihr seid persönlich verantwortlich für eure Postings. Achtet darauf, was ihr im Web hinterlasst. Bietet interessante, individuelle Perspektiven, bleibt respektvoll und höflich.
2. Offenheit: Identifiziert euch mit Namen und evtl. Funktion, wenn die Inhalte mit Unic in Zusammenhang stehen. Macht klar, dass ihr eure eigene Meinung ausdrückt.
3. Vertraulichkeit: Respektiert vertrauliche Informationen von Unic (beispielsweise Informationen im Intranet) und Kunden.
4. Respekt: publiziert keine negativen Beiträge über Konkurrenten.
5. Copyright: Respektiert Copyrights und gebt Zitate und Bildquellen an.
6. Sicherheit: Überprüft eure Sicherheitseinstellungen auf Social Media Plattformen: wer sieht was?
7. Spamt nie.
Social Media Richtlinien in Europa
Die Zahl internationaler Unternehmungen mit Social Media Policies ist bereits lang. Die Website Social Media Governance hat davon eine Liste zusammengestellt. Im deutschsprachigen Raum hat etwa Daimler Kommentar-Richtlinien veröffentlicht.
- Unter Netiquette oder Netikette versteht man das (gute) Benehmen in der virtuellen Kommunikation. ↩
- Als Digital Native werden Personen bezeichnet, die zu einer Zeit aufgewachsen sind, in der bereits digitale Technologien wie Computer, das Internet, Handys und MP3s verfügbar waren. Dazu gehören Jahrgänge ab den späten 1980er Jahren. ↩

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